Das ist keine Risikokarte. Sie zeigt, wo Unfälle passiert sind, nicht wo es gefährlich ist. Dazu fehlt die entscheidende Größe: wie viele Radfahrer dort überhaupt fahren. Wo viele fahren, passiert mehr, auch wenn jede einzelne Fahrt sicher ist. Radverkehrszählungen gibt es hier nirgends, deshalb steht dieser Satz vorne und nicht im Kleingedruckten.
Ein Schwerpunkt ist eine gesetzte Schwelle, keine Naturkonstante: drei Unfälle innerhalb von drei Jahren auf fünfzig Metern, angelehnt an das Merkblatt zur örtlichen Unfalluntersuchung. Knapp darunter liegen weitere 139 Stellen mit zwei oder drei Unfällen. Wer die Schwelle anders zieht, bekommt eine andere Karte.
Die Dichte folgt der Straße, nicht der Luftlinie. Sie breitet einen Unfall über 250 Meter Fahrweg aus, nicht über einen Kreis. Damit landet keine Dichte auf Feldern und Seen, und zwei Unfälle beiderseits eines Flusses gelten nur dann als zusammengehörig, wenn es dazwischen wirklich eine Brücke gibt. Die 250 Meter sind gesetzt, nicht abgeleitet: der nächste Unfallnachbar liegt im Median 56 Meter entfernt, aber ein Straßenzug zwischen zwei Kreuzungen ist im Ort ungefähr so lang. Eine andere Bandbreite ergibt eine andere Karte.
Erfasst ist nur, was polizeilich aufgenommen wurde und dabei zu Personenschaden führte. Stürze ohne Beteiligte, Beinahe-Unfälle und Blechschäden fehlen vollständig. Die Position ist auf die Straße bezogen und damit auf wenige Meter genau, nicht auf den Zentimeter.