Leerer. Die Kinder, die Ende 2028 im Kindergartenalter sind, sind alle schon geboren,
und es sind 9 % weniger als heute. In 1.126 der 2.056 Gemeinden Bayerns geht die Zahl
sicher zurück, nur in 144 sicher nach oben.
Bayern
alle 2.056 Gemeinden
−9 %sicher weniger
1 Punkt = 1.000 KinderEnde 2028: Jahrgänge 2023 bis 2025
Datenquelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, www.statistik.bayern.de
(GENESIS 12612-003r Lebendgeborene und 12411-004r Bevölkerung nach Altersgruppen, je Gemeinde, abgerufen am 09.10.2026).
Gemeindegrenzen: Bayerische Vermessungsverwaltung, www.geodaten.bayern.de,
ALKIS Verwaltungseinheiten, Lizenz CC BY 4.0, verändert (vereinfacht).
Jahrgänge, Fortschreibung und Spannen sind eigene Berechnungen von wm3e aus diesen Daten.
Die Kinder sind schon geboren
Im Kindergartenalter ist, wer zwischen drei und sechs Jahre alt ist. Am 31. Dezember 2028 sind das die Kinder
der Jahrgänge 2023, 2024 und 2025. Die Geburten dieser drei Jahre hat das Landesamt für Statistik für jede
Gemeinde gezählt. Für die Kindergärten von 2028 braucht es also keine Prognose der Geburten, sondern nur einen Blick
zurück.
Lebendgeborene in Bayern je Jahr, 1990 bis 2025. Hervorgehoben: die Jahrgänge, die heute (Kindergartenjahr
2026/27) im Kindergartenalter sind, und die von Ende 2028. Der Jahrgang 2023 gehört zu beiden.
2021 kamen in Bayern 134.321 Kinder zur Welt, so viele wie zuletzt 1991. Vier Jahre später waren
es 110.564, fast ein Fünftel weniger. Dieser Knick wandert jetzt durch die Kindergärten: Die Jahrgänge 2021
bis 2023 zählen zusammen 375.723 Geborene, die Jahrgänge 2023 bis 2025 nur noch 341.434.
rund 375.000Kinder von 3 bis unter 6 Jahren in Bayern heute, Ende 2026. Zuletzt gezählt: 387.411 am 31.12.2025
rund 341.000Ende 2028, gerechnet aus den Geburten. Spanne aus der Rückschau: 330.000 bis 353.000
3.977Geborene weniger in den Kindergartenjahrgängen allein in München: 50.450 heute, 46.473 Ende 2028
Wie sicher ist das?
Was die Geburten nicht wissen, ist der Umzug. Familien ziehen weg, andere ziehen zu. Wie stark das die Rechnung
verschiebt, ist hier nicht angenommen, sondern gemessen: Dieselbe Rechnung ist rückwärts gelaufen, über
jeden Dreijahresschritt von 2011 bis 2025, und gegen das gelegt, was tatsächlich eingetreten ist.
4,8 %typische Abweichung je Gemeinde nach drei Jahren (Median aus 18.493 Fällen)
8,8 %wäre es mit der Annahme „bleibt wie heute“. Die Geburtenrechnung halbiert den Fehler.
3,5 %größte Abweichung für ganz Bayern in 9 Rückschauen, Kinder von 3 bis 6 direkt
Wie weit eine einzelne Gemeinde danebenliegen kann, hängt an ihrer Größe. Mit 8 Geburten im Jahr verschiebt ein
zugezogenes Geschwisterpaar das Ergebnis schon um 8 %. Daraus kommt die Spanne neben jeder Gemeinde: In 8 von 10 Fällen
lag die Wirklichkeit in der Rückschau darin. Sicher weniger heißt: Die ganze Spanne liegt unter null.
Offen heißt: Die Spanne reicht über null, das betrifft 786 Gemeinden. Auf der Karte sind sie blass.
Geburten im Jahr
Fälle
8 von 10 Fällen lagen zwischen
Wie viele Kinder von 3 bis 6 auf 100 Geborene ihrer Jahrgänge kamen, Bayern, 2005 bis 2025. Über 100
heißt: Mehr zugezogen als weggezogen. Ab Ende 2022 auf Basis des Zensus 2022.
Der Zuzug war nicht immer gleich. Nach 2015 lebten in Bayern bis zu 107 Kinder auf 100 Geborene, heute sind es
100. Käme noch einmal eine Welle wie 2015, wären es Ende 2028 rund 364.000 Kinder statt 341.000. Auch das sind
noch 3 % weniger als heute. Den Knick holt kein Zuzug der letzten zwanzig Jahre auf.
Zwei Wege, dasselbe Vorzeichen
Zur Gegenprobe ist dieselbe Frage ein zweites Mal gerechnet, auf einem ganz anderen Weg: mit einem
Kohortenmodell, das vom Zensus 2022 ausgeht, jedes Alter einzeln mit Sterbetafel und Wanderung fortschreibt und
keine der Geburtenzahlen von oben benutzt. Verglichen wird der Schritt von Ende 2024 bis Ende 2027.
−9,1 %Geburtenrechnung, Bayern, Kinder von 3 bis 6, Ende 2024 bis Ende 2027
−6,1 %Kohortenmodell mit dem Zuzug von 2020 bis 2024, darin die Flucht aus der Ukraine 2022
−7,3 %dasselbe Modell, geeicht auf die amtliche Einwohnerprognose des Landesamts
Alle drei Wege sagen: weniger. Wie viel weniger, hängt am Zuzug, und der ist die eine Größe, die niemand
vorher kennt. Je Gemeinde liegen die beiden Wege in 3 von 4 Fällen auf derselben Seite. Wo nicht, sind es
meist kleine Gemeinden mit wenigen Kindern, bei denen schon die Rückschau eine breite Spanne zeigt.
Was diese Zahl nicht ist
Keine Platzzahl. Gezählt sind Kinder, die in der Gemeinde wohnen, nicht Kita-Plätze und nicht Erzieherinnen.
Wer in der Nachbargemeinde in den Kindergarten geht, zählt hier, wo er wohnt.
Nur das Kindergartenalter. Kinder unter drei fehlen. Die Krippenkinder von 2028 sind noch nicht
geboren, für sie gilt diese Rechnung nicht.
Kein neues Baugebiet. Wo bis 2028 viele Familien einziehen, wird es mehr. Das steckt nur so weit drin,
wie es in der Rückschau schon vorkam.
Stichtag 31. Dezember, nicht der Kindergartenbeginn im September. Wer im Herbst drei wird, zählt am
Jahresende schon mit.
Prozente aus kleinen Zahlen. Röfingen steht bei +62 %: von 24 Geborenen der heutigen Jahrgänge auf 39.
Das sind 15 Kinder, weniger als eine Kindergartengruppe, kein Trend.
Auch „heute“ ist gerechnet. Zuletzt gezählt hat das Landesamt am 31. Dezember 2025. Der Stand Ende 2026 ist
daraus genauso mit den Geburten fortgeschrieben wie 2028.
Einzelwerte ab 2025 leicht verrauscht. Das Landesamt schützt kleine Zahlen seit dem Berichtsjahr 2025
mit einem Zufallsverfahren. Für Bayern macht das 21 Geborene aus.
Selbst nachrechnen
Alle Zahlen sind öffentlich und ohne Konto abrufbar. Für eine Gemeinde reicht ein Taschenrechner: die Geborenen
2023, 2024 und 2025 zusammenzählen und durch die Geborenen 2020 bis 2022 teilen. Für alle 2.056 Gemeinden mit
Rückschau:
python beschaffung/geborene-gemeinden/holen.py # Landesamt, GENESIS, Prüfsummen
python lektion-111/werkstueck/rechnen.py # Jahrgänge, Rückschau, Spannen
python lektion-111/werkstueck/gegenprobe_l111.py # zweiter Weg
python lektion-111/werkstueck/seite_daten.py # diese Seite